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Schweiz6 Min. Lesezeit17. Juni 2026

Auswirkungen für Schweizer Maschinenbauer

Warum die Maschinenverordnung auch die Schweiz betrifft – und welche Chancen sie bietet

Peter Tepe

DokuTech Swiss

Warum die Maschinenverordnung auch die Schweiz betrifft

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die neue Maschinenverordnung für Schweizer Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Schliesslich ist die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union.

In der Praxis sieht die Situation völlig anders aus. Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie ist eng mit dem europäischen Markt verbunden. Ein grosser Teil der in der Schweiz entwickelten Maschinen wird exportiert. Für viele Unternehmen ist die EU der wichtigste Absatzmarkt.

Die Schweiz als Exportnation

Die Schweizer Maschinenindustrie gehört zu den technologisch führenden Industriezweigen Europas. Typische Produkte: Werkzeugmaschinen, Sondermaschinen, Automationsanlagen, Robotersysteme, Verpackungsmaschinen, Medizintechnik und Mess- und Prüfanlagen.

Sobald eine Maschine in den europäischen Wirtschaftsraum geliefert wird, müssen die dort geltenden Vorschriften eingehalten werden. Für den Kunden spielt es keine Rolle, ob die Maschine in Deutschland, Italien oder der Schweiz gebaut wurde.

Schweizer Stärken im internationalen Wettbewerb

Die gute Nachricht: Viele Schweizer Maschinenbauer verfügen bereits über hervorragende Voraussetzungen.

Hohe Qualität: Schweizer Maschinen geniessen weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Technologische Spezialisierung: Viele Unternehmen besetzen hochspezialisierte Nischen. Innovationskraft: Starke Investitionen in Forschung und Entwicklung. Prozessreife: Viele Unternehmen verfügen bereits über strukturierte Entwicklungsprozesse.

Diese Stärken bilden eine solide Basis für die Umsetzung der neuen Anforderungen.

Die grössten Chancen

Die Maschinenverordnung bietet Schweizer Herstellern strategische Chancen:

Wettbewerbsvorteil durch frühzeitige Compliance: Wer die Anforderungen früh erfüllt, positioniert sich als verlässlicher Partner.

Differenzierung durch Qualität: Strukturierte Prozesse und lückenlose Dokumentation werden zum Verkaufsargument.

Internationalisierung: Einheitliche EU-Anforderungen vereinfachen den Export in alle Mitgliedstaaten.

Digitalisierungsschub: Die Verordnung beschleunigt die Modernisierung interner Prozesse.

Konkrete Handlungsfelder

Software und Cybersecurity: Softwarestände dokumentieren, Freigabeprozesse definieren, Fernwartungszugänge absichern.

Dokumentation: Von dokumentenzentriert zu informationsorientiert wechseln, Traceability sicherstellen.

Organisation: Verantwortlichkeiten für Software, Security und Dokumentation klar definieren.

Normen: IEC 62443 für Cybersecurity und die aktualisierten harmonisierten Normen berücksichtigen.

Die Maschinenverordnung als De-facto-Standard

Selbst wenn ein Unternehmen nicht ausschliesslich für den europäischen Markt produziert, wird die Maschinenverordnung zunehmend zum De-facto-Standard. Viele internationale Kunden erwarten bereits heute CE-Konformität, strukturierte Risikobeurteilungen und nachvollziehbare Sicherheitskonzepte.

Die Anforderungen gehen damit oft über die eigentlichen gesetzlichen Verpflichtungen hinaus.

Kernaussagen

  • Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt – die Maschinenverordnung betrifft Schweizer Hersteller direkt
  • Schweizer Unternehmen verfügen oft bereits über gute Voraussetzungen
  • Frühzeitige Compliance wird zum Wettbewerbsvorteil
  • Software, Cybersecurity und Dokumentation sind die wichtigsten Handlungsfelder
  • Die Maschinenverordnung wird zum internationalen De-facto-Standard

Häufige Fragen

Nicht direkt, aber sobald Maschinen in die EU exportiert werden, müssen die Anforderungen erfüllt werden. Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt der Schweizer Maschinenindustrie.

Nein, im Gegenteil: Viele Schweizer Maschinenbauer verfügen bereits über hohe Qualitätsstandards und strukturierte Prozesse, die eine gute Ausgangslage bieten.

Softwarestände dokumentieren, Cybersecurity-Konzepte entwickeln, Dokumentationsprozesse modernisieren und Verantwortlichkeiten klar definieren.