Die entscheidende Frage: Was machen wir morgen?
Viele Unternehmen haben verstanden, dass die Maschinenverordnung mehr ist als eine neue CE-Vorschrift. Trotzdem bleibt Unsicherheit: Wo beginnen wir? Welche Themen sind wirklich wichtig? Was muss sofort erledigt werden? Was kann später folgen?
Die gute Nachricht: Niemand muss alles gleichzeitig umsetzen. Der sinnvollste Weg besteht darin, strukturiert vorzugehen. Die Grundregel lautet: Verstehen, Bewerten, Planen, Umsetzen – nicht umgekehrt.
Phase 1: Tag 1–30 – Standortbestimmung
Ziel: Verstehen, wo das Unternehmen heute steht.
Verantwortlichkeiten prüfen: Wer ist für CE verantwortlich? Wer gibt Software frei? Wer verwaltet Dokumentationen? Wer bewertet Cybersecurity-Themen?
Dokumentation analysieren: Wo liegen die Dokumentationen? Wie werden Änderungen verwaltet? Wie werden Sprachversionen und Varianten gepflegt?
Softwaremanagement bewerten: Sind Softwareversionen dokumentiert? Gibt es Freigabeprozesse? Werden Updates dokumentiert?
Cybersecurity erfassen: Gibt es Fernwartung? Welche Zugänge existieren? Wer besitzt Administratorrechte? Gibt es Sicherheitskonzepte?

Phase 2: Tag 31–60 – Bewertung und Planung
Ziel: Handlungsbedarf identifizieren und priorisieren.
Gap-Analyse: Wo bestehen die grössten Lücken zwischen Ist-Zustand und Anforderungen der Maschinenverordnung?
Priorisierung: Welche Themen haben die höchste Dringlichkeit? Typischerweise: Softwareversionierung, Fernwartungssicherheit, Dokumentationsstruktur.
Ressourcen planen: Welche Kompetenzen sind vorhanden? Wo wird externe Unterstützung benötigt?
Zeitplan erstellen: Realistische Meilensteine bis Januar 2027 definieren.
Phase 3: Tag 61–90 – Erste Umsetzung
Ziel: Erste konkrete Massnahmen umsetzen.
Sofortmassnahmen: Softwareinventar erstellen, Fernwartungszugänge dokumentieren, Verantwortlichkeiten schriftlich festlegen.
Pilotprojekt starten: Ein konkretes Produkt als Pilotprojekt für die neuen Prozesse auswählen.
Schulung: Erste Awareness-Schulung für beteiligte Mitarbeitende durchführen.
Dokumentation beginnen: Erste Dokumentationsstrukturen aufbauen oder bestehende Systeme bewerten.
Die häufigsten Fehler vermeiden
Zu spät beginnen: Die Übergangsphase ist begrenzt. Prozesse und Strukturen brauchen Zeit.
Alles gleichzeitig wollen: Besser strukturiert in Phasen vorgehen als alles auf einmal anzupacken.
Nur auf Technik fokussieren: Die grössten Herausforderungen liegen oft in Prozessen und Organisation.
Ohne Standortbestimmung starten: Wer seine Schwachstellen nicht kennt, investiert in die falschen Bereiche.
Das Thema delegieren: Die Maschinenverordnung betrifft das gesamte Unternehmen – nicht nur die CE-Abteilung.
Erfolgsfaktoren
Top-Management-Unterstützung: Ohne Rückhalt der Geschäftsleitung fehlen Ressourcen und Priorität.
Klare Ziele und Prioritäten: Fokus auf die wichtigsten Handlungsfelder statt Perfektionismus.
Durchgängige Prozesse: Silodenken überwinden – CE, Software, IT und Dokumentation müssen zusammenarbeiten.
Kontinuierliche Verbesserung: Die Maschinenverordnung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine langfristige Entwicklung.
Kernaussagen
- Strukturiert vorgehen: Verstehen, Bewerten, Planen, Umsetzen
- Phase 1 (Tag 1–30): Standortbestimmung und Transparenz schaffen
- Phase 2 (Tag 31–60): Gap-Analyse und Priorisierung
- Phase 3 (Tag 61–90): Erste konkrete Massnahmen umsetzen
- Die grössten Fehler: zu spät beginnen und ohne Standortbestimmung starten
